In meinen Zwanzigern wurde mir immer mehr bewusst, wie sehr ich meinem Körper mit dem blauen Dunst schadete. Ich war genervt, weil die Sucht mich so fest im Griff hatte. Ich rannte im strömenden Regen noch spätabends, ungeschminkt und in Jogginghosen zum Zigarettenautomaten oder zur Tankstelle, sobald ich keine „Kippen“ mehr hatte. Ich ekelte mich vor dem Rauchgeruch in meinen Klamotten und in meinem Haar. Die Qualmerei war auch ein Kostenfaktor: An einem feucht-fröhlichen Wochenende gingen schon mal zwei bis drei Packungen drauf. Mit Ende zwanzig, auf dem Höhepunkt meines Nikotinkonsums, beschloss ich aufzuhören. Ich schmiss die angebrochene Schachtel weg und fertig. Man bereut eigentlich immer, mit dem Rauchen angefangen zu haben. Wer etwas anderes erzählt, der belügt sich selbst. Und es fällt nicht jedem leicht, von seiner Sucht loszukommen. Manche schaffen das ihr ganzes Leben lang nicht.
In den letzten zwei Jahrzehnten ist es für diese Spezies merklich unbequemer und teurer geworden. Rauchen ist gesundheitsschädlich. Punkt. Damit das auch dem Letzten klar wird, müssen die Hersteller nun abschreckende Bilder von schwarzen Lungen oder erblindeten Augen auf ihre Packungen drucken. Die Abgabe von Nikotinprodukte ist für Jugendliche unter 18 Jahre inzwischen verboten und eine durchschnittliche Packung kostet am Automaten aktuell unglaubliche 7 Euro. Meinetwegen können die Dinger noch unerschwinglicher werden, wenn dadurch meine Kinder vom Rauchen abgehalten werden.


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